Elbe_Treibland«„Würden Sie mich aus der Elbe fischen?“

„Wie bitte?“

Das Schloss schnappte noch einmal elektronisch, er hörte das bestätigende Piepsen, und jetzt war nicht mehr zu übersehen, wie jemand versuchte, die Tür aufzuschieben. Die Stuhlbeine verkanteten sich im Teppich.

„Ich habe keine Zeit mehr, Ihnen das zu erklären. Wenn Sie es machen, geht es so: Zur vollen Stunde finden Sie mich am Containerhafen auf Höhe der Containertaxis. Das sind Transportschiffe für den Containerverkehr innerhalb des Hafens.“

„Was? Wo ist das?“

„Containertaxi. Googeln Sie es. Zu jeder vollen Stunde kommen Sie da vorbei. Bis Sie mich da in der Böschung finden. Ich verstecke mich, aber vielleicht trage ich eine blaue Polyesterperücke, die man sehen wird, wenn man weiß, wonach man suchen muss.“

„Das überleben Sie nicht.“

(Treibland, S. 436)

Kommentar von Till Raether:

All das passiert im Buch natürlich bei Nacht. Vielleicht kann Kommissar Danowski deshalb nicht erkennen, dass es dort, wo die Containertaxis im Hafen liegen, gar keine Böschung gibt. Oder ich hatte es beim Schreiben einfach vergessen. Gut jedenfalls, dass die Witwe des Mordopfers dann noch einen besseren Fluchtplan für den Kommissar hat. Und bei allem, was der Kommissar aushalten muss in „Treibland“, habe ich mich immer gefragt: Könnte ich das? Und ausgerechnet hier dachte ich: Klar, von einem Schiff, das in der Hafencity liegt, rüber zur anderen Elbseite schwimmen, das würde schon gehen. Wenn ich mir das jetzt noch mal anschaue, glaube ich: Ich spinne.

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